Wie entstehen wirksame Antikörperantworten und wie lässt sich die Ausbreitung von Infektionskrankheiten modellieren? Zwei aktuelle Veröffentlichungen unter Beteiligung von CAIMed-Mentor und Direktor Prof. Dr. Michael Meyer-Hermann zeigen die Bandbreite mathematischer Modellierung: von grundlegenden Prozessen des Immunsystems bis zur Vorbereitung auf künftige Infektionsausbrüche.

In der Fachzeitschrift „Immunity“ trugen Meyer-Hermann und sein Team mit mathematischen Modellen zu einer Studie bei, die zeigt, dass die Umgestaltung des Lymphsystems die Größe der Keimzentren und die Qualität der Antikörper reguliert. Die Arbeit verdeutlicht, wie vergrößerte Keimzentren die klonale Selektion beeinträchtigen können und wie Viren diesen Mechanismus möglicherweise ausnutzen, um Immunreaktionen zu umgehen.

In „Scientific Reports“ (Nature Portfolio) stellt das Team „MEmilio“ vor, ein modulares, leistungsstarkes Framework für epidemiologische Simulationen. Die Software ermöglicht den Vergleich und die Anwendung verschiedener Modelle zu Infektionskrankheiten über verschiedene räumliche Skalen hinweg und unterstützt so gezieltere Prognosen und eine evidenzbasierte Entscheidungsfindung während Ausbrüchen.

Gemeinsam zeigen die Veröffentlichungen, wie mathematische und computergestützte Modellierung eine Brücke zwischen der Grundlagenforschung in der Immunologie und der praktischen Pandemievorsorge schlagen kann.